Wein kann man trinken, Wein kann man genießen und Wein kann man zelebrieren. Ein guter Tropfen hat dann allerdings mehr verdient als nur einen Korkenzieher. Mit der Temperatur geht es schon mal los. Die muss stimmen, wenn man einem edlen Wein gerecht werden will. Natürlich gibt es dafür Circa-Angaben, letztlich aber entscheidet doch der eigene Geschmack. Dennoch, ein Weißwein will gekühlt werden, ein Rotwein entfaltet dagegen bei Zimmertemperatur seinen Charakter.

Als diese Regel “erfunden” wurde, war es allerdings in den Häusern noch etwas kühler als heute; Zentralheizung gab es damals nicht. Deshalb verträgt auch Rotwein kurz vor dem Servieren einen kleinen Aufenthalt im Kühlschrank. Bitte nicht länger als zehn bis 15 Minuten und im Zweifel zwischendurch probieren! Apropos, Weißwein darf aus der Flasche kommen (gern mit einer weißen Serviette drum herum), Rotwein dagegen wird stilecht aus einer Karaffe serviert. Gern darf er dort schon zwei, drei Stunden vor dem ersten “Wohlsein!” hineingegeben werden. So können sich die Ablagerungen in Ruhe setzen und der Wein hat Zeit zum Atmen. Schließlich kommen nur noch die passenden Gläser aus dem Schrank, die passenden Gäste durch die Tür – und dann steht einem gepflegten Genuss nichts mehr im Wege.

Trinken und essen gehören zusammen

Wie gesagt, Wein kann man trinken, man kann ihn aber auch essen – jedenfalls, wenn er unverzichtbarer Bestandteil so berühmter Rezepte wie Coq au vin oder Miesmuscheln im Weinsud ist. Der Alkohol verfliegt beim (langen) Kochen zwar, eine feine Geschmacksnote aber bleibt.

Noch wieder ein ganz anders Thema ist Wein zum Essen: Ganze Bücher sind darüber geschrieben worden, welche Rebsorte zu welchem Fleisch, welcher Eiswein zu welchem Dessert und ob rot oder weiß am besten zu einem bestimmten Käse passt. Müssen wir das hier wirklich wiederholen? Sicherlich kann man sich an diesen leicht zugänglichen Empfehlungen orientieren. Den eigenen Geschmack aber sollte man dabei nie aus dem Auge verlieren. Denn auch Wein und Essen unterliegen Moden und Trends. So wäre es vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen, zum Rotwein dunkle Schokolade mit Chili zu knabbern. Die Zeiten ändern sich, der Geschmack ändert sich auch. Aber man muss ja trotzdem nicht jede Mode mitmachen.

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