Die meisten Menschen, die an die Niederlande denken, die denken an Käse, an Tulpen, an Tomaten und an Windmühlen, aber an Wein denkt keiner. Die Niederlande und Wein – das klingt doch ein bisschen zu exotisch, denn wo soll man in einem Land Wein anbauen, das so flach ist und das fast ausschließlich schwere Lehmböden kennt? Auch wenn es unmöglich klingt, aber auch in den Niederlanden wird Wein angebaut, wenn auch nur in kleinen Mengen und mithilfe erfahrener Winzer aus Deutschland und Südafrika.

Seit gut zehn Jahren bauen Landwirte in den Niederlanden nicht nur Kohl und Kartoffeln auf ihren Feldern an, sondern auch Wein. In der Provinz Zeeland stehen die Reben sogar unter dem Meeresspiegel, und selbst wenn die Erträge in den Anfangsjahren nicht besonders gut waren, hat es sich mittlerweile herumgesprochen, dass die Weine, die aus Zeeland kommen, von einer sehr guten Qualität sind. Auch hier gibt es Lehmböden, aber die Böden sind mit Muschelkalk durchsetzt und das mögen die Reben. Die Erderwärmung wie auch die rund 200 Sonnenstunden im Jahr, haben einiges dazu getan, dass die Weine gelingen. Auch wenn die niederländischen Winzer Erfolge feiern können, sie gehen kein Risiko ein, bauen robuste Rebsorten an, aus denen dann zum Beispiel der Johanniter wird, ein Wein, der eine Mischung aus Riesling, Ruländer und Gutedel ist.

Weine wie den Johanniter oder auch den Regent nennen die niederländischen Winzer Piwis, eine noch junge aber pilzresistente Sorte, die auch noch hervorragend zu mildem Käse und zu Spargel schmeckt. Die Winzer aus den Niederlanden haben sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und den natürlichen, umweltverträglichen Weinanbau auf ihre Fahnen geschrieben. Biologische Landwirtschaft wird in den Niederlanden groß geschrieben und so kommen die Weine aus dem Land der Tulpen auch ohne Pflanzenschutzmittel aus und die Reben gedeihen trotzdem prächtig.

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