Weingeschmack – wir wünschen uns ein Ende der Bevormundung: Noten von Moos, ein Anklang an sandiges Terroir und ein nicht enden wollender Abgang. Wenn es um die Beschreibung eines Weines geht, dann treibt die Sprache oft exotische Blüten. Vor allem Menschen, die sich gerade erst mit dem Wein trinken anfreunden, fühlen sich davon häufig verunsichert. Warum um alles in der Welt, mögen Sie sich fragen, kann ich das Moos (oder wahlweise die Walderdbeeren, das Heu oder was sonst noch alles) nicht schmecken? Und wieso knirscht das sandige Terroir nicht in meinen Zähnen?

Wir haben für derartige Sprachartistik nur zwei Worte übrig: Abgang bitte! Denn um Wein angemessen zu beschreiben, sollte man weder zu subjektiv sein, noch einen zu hohen Anspruch an die Geschmacksnerven stellen. Wer professionell Weine prämiiert, der wird das Moos sicher deutlich herausschmecken können. Wer aber als Endverbraucher sein Glas Wein genießen möchte, der braucht andere Informationen. Objektive Aussagen, die ihm helfen, den Wein für sich einordnen zu können.

Eine klare Sprache ist das Gebot der Stunde

Nicht nur der Geschmack, auch das Wohlbefinden ist (oft) an die Säurehaltigkeit eines Weines gekoppelt. Informationen darüber sind deshalb Bestandteil jeder guten und objektiven Beschreibung eines Weines. Ebenfalls unerlässlich ist die Aussage, ob es sich um einen trockenen, halbtrockenen, lieblichen oder auch edelsüßen Wein handelt. Ausschlaggebend für die jeweilige Bezeichnung ist der Restzuckergehalt.

Die Zahl der Konsumenten, die kritisch auf den Alkoholgehalt eines Weines schauen, nimmt unaufhaltsam zu. Die “Prozente” gehören deshalb unabdingbar zur Weinbeschreibung. Der Trend geht derzeit eindeutig zu leichteren Weinen, die auch am Mittag schon mal ohne große Reue zum Essen getrunken werden können.

Fortgeschrittenen Weinfreunden sagt selbstverständlich auch die Rebsorte einiges über den Geschmack des Weines. Zusammen mit dem Herkunftsland und dem Weinbaugebiet lassen sie  immer zuverlässige Rückschlüsse auf den Geschmack zu.

So gut aber selbst die beste Beschreibung sein mag, nichts geht über die Verkostung eines Weines. Geschmack lässt sich eben mit Worten nur schwer beschreiben.

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