Nein, Weißwein wird nicht ausschließlich aus „weißen“ Trauben bzw. gelben/grünen gewonnen, sondern auch aus roten Trauben – wenn denn die Schale nicht mitgekeltert wird.

Gerade Schaumweine oder auch Champagner werden häufig aus der roten Pinot Noir oder dem Schwarzriesling „gemacht“.

Die wohl in Deutschland bekannteste Weißweinrebe ist sicher der Riesling, aber auch Sauvignon Blanc oder Chardonnay erzielen – vor allem international – Anerkennung. Bezüglich der reinen Rebfläche führt weltweit die Airen-Rebe, „Sultana“ ist ebenfalls sehr beliebt – aber viel eher als Tafeltraube.

Wie wird Weißwein gemacht?

Nach der Traubenlese werden die Stiele entfernt und das Pressen kann beginnen. Eine „Maische-Standzeit“ gibt es bei weißen Trauben im Gegensatz zu den roten nicht. Sind die Trauben gepresst, beginnt der Gärprozess, dem dann der Weinausbau – sei es in Stahltanks, Holzfässern oder Barrique (hierfür sind nicht alle weißen Rebsorten geeignet) – folgt.

Der wesentliche Unterschied zur Herstellung von Rotwein: Für den Weißwein werden die Trauben vor der Gärung gepresst, beim Rotwein danach. So vermeiden die Winzer die für Rotwein typischen Tannine und vermeintlich bitteren Inhaltsstoffe, die aus Stielen, Schalen und Kernen resultieren.

Aus diesem Grund kommen elegante Weißweine häufiger aus Anbaugebieten, in denen kühlere Temperaturen vorherrschen. Denn die gelesenen Trauben müssen schnell gepresst werden, damit die Gärung nicht zu früh in Gang gesetzt wird.

Da höhere Temperaturen und Sauerstoffkontakt den fruchtig ausgebauten Weißwein gefährden könnten, ist bei jedem weiteren Arbeitsschritt größte Sorgfalt angebracht. Weil die Temperaturen in einem Stahltank leichter regulierbar sind, ist der Ausbau in solchen Tanks am häufigsten.

Lagerfähigkeit von Weißweinen

Allgemeinhin gelten Weißweine als nicht lagerfähig, was so allerdings nicht per se stimmt. Denn beispielsweise der Traminer kann über 20 Jahre gelagert werden. Manche Weißweine sollen sogar „ewig“ haltbar sein …, ob ewig „trinkbar“ sei mal dahingestellt.

Ausbauvarianten von Weißwein
  • Leichte Weißweine: Ein leichter Weißwein ist spritzig und trocken. Er hat eher zurückhaltende Duftnoten, wird jung getrunken.
  • Trockene Weißweine: Ein Chardonnay ist ein eher trockener Weißwein. Trocken ausgebauter Weißwein ist weich und von exotischen Früchten geprägt. Trockener Weißwein gilt als sehr komplex.
  • Liebliche, aromatische Weißweine: Solche Weißweine (wie beispielsweise der Gewürztraminer) sind in der Regel so aromatisch, dass sie aufgrund ihrer blumigen Dominanz süßlich wirken.
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