Kolumbien ist ein faszinierendes Land voller Kontraste. Mehr als die Hälfte des südamerikanischen Landes besteht aus tropischem Regenwald und in diesem Regenwald ist eine einzigartige Flora und Fauna zu Hause. Kolumbien ist aber auch ein Land, das von der Landwirtschaft geprägt ist – vor allem Gemüse, Obst und nicht zuletzt auch Kaffee kommen in einer sehr guten Qualität aus Kolumbien. Etwas zu kurz kommt da der Anbau von Wein, Weinbau in Kolumbien ist eher…Bescheiden.

Leider ist nicht nur die Quantität des kolumbianischen Weins bescheiden, die Qualität ist es auch. Das war nicht immer so, denn im 19. Jahrhundert erlebte der Anbau von Weinreben in Kolumbien so etwas wie eine Blütezeit. Es gab große Anbauflächen und der Wein war nicht nur in Kolumbien, sondern auch in den Nachbarstaaten sehr beliebt. Aber dann kamen Bürgerkriege, immer wieder politische Unruhen und schließlich das „Drogenimage“, der Anbau von Wein spielte plötzlich keine Rolle mehr.

Heute bauen die Winzer in Kolumbien wieder Reben an und verlassen sich dabei auf importierte Rebsorten wie Müller-Thurgau, Pinot Noir, Muskat, Sylvaner und auch Riesling, aber auch russische Hybridreben werden in den Anbaugebieten in Sierra Nevada de Santa Maria, Cauce Tal und in Ocana gepflanzt. Kolumbien möchte wieder eine Weinnation werden und konzentriert sich vor allem auf vollmundige aromatische Rotweine. Wann und ob überhaupt das Land noch einmal als Weinland im Gespräch sein wird, das ist heute leider ungewiss.

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Eine Antwort

  1. » 04.07.2014: Brasilien vs Kolumbien

    […] Aus der Perspektive des Weinfans dagegen haben die Brasilianer ein Heimspiel mit Gewinngarantie. Kolumbien produziert anerkannt schmackhaftes Obst und Gemüse; Weintrauben sind jedoch nicht dabei. Brasilien […]