Der Weinanbau in Kamerun hat eine lange Geschichte hinter sich, denn das Land in Zentralafrika war französisch, englisch und deutsch. Alle Kolonialherren haben ihre Spuren hinterlassen – und das gilt auch für den Anbau von Wein: Vor allem die Franzosen und die Deutschen haben viele Versuche unternommen, um Wein in Kamerun anzubauen, aber ein Weinland konnten sie aus Kamerun nicht machen.

Wenn man von Wein aus Kamerun spricht, dann spricht man auch automatisch von der Stadt Kumbo im Nordwesten des Landes. Dort an der Grenze zu Nigeria gibt es das größte – und damit auch einzige – Weinanbaugebiet in Kamerun. Die Geschichte des Weinanbaus in dieser Region ist ein wenig abenteuerlich: Die Reben, die dort angepflanzt werden, stammen ursprünglich aus Ägypten und wurden einer Missionsstation geschenkt. Zusammen mit Einheimischen begannen die Missionare den Wald zu roden und schufen eine Anbaufläche, um die Rebstöcke zu pflanzen – ohne zu wissen, welche Sorte sie überhaupt angebaut haben.

Die Idee, Wein zu pflanzen, sprach sich in der Gegend herum und schon bald hatten viele Menschen Weinreben in ihrem Vorgarten, und auch im Garten des Bischofs von Kumbo versuchte man sich im Weinanbau. Mithilfe südafrikanischer Winzer wurden die Reben kultiviert und damit wurde auch das Rätsel um die Traubensorte gelöst – denn das, was da rund um Kumbo wächst, war eine Bacchustraube und der Wein ein Federweißer…also genau genommen kein „richtiger“ Wein, sondern ein Most aus Trauben.

Auch wenn der Wein in der Zukunft in Kamerun wahrscheinlich keine zentrale Rolle in der Wirtschaft spielen wird, der Federweiße aus Kumbo wird gern getrunken.

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