Italien ist ein Weinland, das voller Überraschungen steckt – vom Schaft bis zum Absatz. Dank seiner unterschiedlichen Klimazonen und vielfältigen geologischen Formationen, gedeihen hier nicht nur alle gängigen Trauben, sondern auch viele autochthone Sorten. Darüber hinaus haben die italienischen Winzer den unschätzbaren Vorteil der Erfahrung. Schließlich haben schon ihre römischen Vorfahren die Kunst des Kelterns beherrscht –wenn sie sie nicht sogar erfunden haben. Darüber ist sich die Wissenschaft bislang aber noch nicht ganz hundertprozentig im Klaren.

Ob Massenproduktion oder feinste Spitzengewächse: Italien kann beides. Von Nord-Ost-Italien aus (mit den Provinzen Südtirol, Friaul und Venetien) wird die halbe Welt zum Beispiel mit Valpolicella, Pinot Grigio, Friulano und Gewürztraminer beliefert. Die Preise? – von bis! Denn auch die erstaunliche Preisspanne ist eine italienische Spezialität. Dieses Land liefert respektable Qualität für kleines Geld. Es liefert aber auch Spitzengewächse, die als absolutes Investment taugen. Wer einen solchen Spitzenwein allerdings trinkfertig kaufen möchte, der bewegt sich mindesten im dreistelligen Bereich pro Flasche. Übrigens, Venetien hat noch eine ganz besondere Spezialität zu bieten. Von hier kommt der beste Prosecco Italiens.

Liebhaber von Rotwein kommen vor allem in der Toskana auf ihre Kosten. Das Kernland dieses außerordentlich kultivierten Stücks Italien ist das Chianti. Dort wird nicht nur der gleichnamige Wein produziert – heute übrigens wieder auf allerhöchstem Niveau – sondern auch einige andere große Rotweine. Die Traubensorte, die die Winzer dort für ihre großen roten Toskaner hegen und pflegen, sind vor allem Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Je weiter es in den Süden Italiens geht, desto kräftiger werden die Weine; sowohl die roten als auch die weißen. In den Abruzzen und in Molise versteht man sich bestens auf den Montepulciano, rund um Neapel und Sorrent gibt es den leckersten Greco und Aglianico. Aber auch Italiens große Inseln sind eine Weinreise wert. Wer auf Sizilien keinen Nero d‘Avola oder keinen Grillo probiert, der ist aus weintechnischer Sicht eigentlich gar nicht da gewesen. Und auf Sardinien wäre es eine „Weinsünde“, keinen Grenache oder Carignan, keinen Malvasia oder Moscato zu kosten.

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