Weinkarten bzw. Weinseiten in Speisekarten sollen „verkaufen“, ihn an den Mann, die Frau bringen, ein ausgewähltes Essen begleiten – oder einfach solo überzeugen.

„Sollen“ – denn die Realität sieht oft anders aus und der Wein scheint allenfalls irgendwo hinten lieblos reingeklatscht: Chianti 3,60 €, Merlot 3,40 €, Chardonnay 3,40 €, Riesling 3,80 €, Prosecco 3,00 € Zack, fertig!

Würden Sie sich so einen Partner aussuchen? Frank 1,85 m, Sven 1,93 m, Beate 1,68 m. Wohl kaum. Und genau aus diesem Grund gehören Informationen auf eine Weinkarte – etwas, was hilft auszuwählen, schon Freude beim Lesen macht. Sich als Restaurant etwas Zeit zu nehmen und seine Weine wertzuschätzen, zollt von Respekt – und wird dem Gast in Erinnerung bleiben.

Ein paar Zeilen mehr werten die Qualität auf, machen Eindruck. Und sie werden keinen Gast, der weiß, dass er zu seiner Pasta mit Meeresfrüchten einen Sauvignon Blanc möchte, davon abhalten, ihn zu bestellen. Einem, dem aber nicht bekannt ist, dass „weiß“ hier die richtigerererere Wahl ist, jedoch helfen, sich nicht für eine Cola zu entscheiden. Wer als Restaurantbetreiber daher lieber Cola, Mineralwasser & Co verkauft, der kann folgende Tipps ignorieren:

Weintexte, die gelesen werden = Weine, die bestellt werden

Schreiben Sie statt „trockener Riesling vom Weingut XY aus Rheinhessen“ (falls Sie bisher überhaupt die Herkunft aufgeführt haben) Folgendes:

„Ein charmanter Riesling mit eigenem Charakter, der an einer Lage direkt am Rhein herangewachsen ist. Die fruchtigen Noten geben diesem Tropfen bei wunderbarer Balance etwas angenehm Leichtes und sehr gut Verträgliches. Dieser Wein ist im Zusammenklang mit Fisch, feinem hellen Fleisch und Eierspeisen ein wahrer Schatz für die Geschmacksnerven. Er kann selbstverständlich auch solo genossen werden.“

Servicepersonal schulen und zu Verkaufstalenten machen.

Vermutlich steht deswegen in Weinkarten nichts außer dem Preis, weil im Restaurant niemand Ahnung von Wein hat und deswegen entweder nur die Weine anbietet, die alle haben, und man sich blind auf Klassiker verlässt – oder schlichtweg den billigsten Fusel nimmt und hofft, dass er damit den größten Reibach machen kann. Beide Varianten führen nicht zu gastronomischem Erfolg und bewahren Sie vor mehr Umsatz. In einer guten Auswahl an Weinen und wichtigem Basiswissen schlummert Kapital und Gästebindung.

Die Bedienung kommt an den Tisch, nimmt die Bestellung auf, notiert einen Rinderschmorbraten und zukünftig auch einen empfohlenen Wein! Trainieren Sie mit den Servicekräften Zusatzverkäufe und das Händchen, den Weinumsatz anzukurbeln.

Gerne vermitteln wir hier Fachkräfte – vom Servicecoach bis zur professionellen Texterin für die Gastronomie.

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