Der Sommer neigt sich durch den Spätsommer dem Ende zu. Inmitten dieses „Indian Summer“ kommt alljährlich eine ganz besondere Köstlichkeit auf die bundesdeutschen Tische. Das Wort „Federweißer“ schmückt dann die Angebotstafeln von Supermärkten und die Menükarten guter und gehobener Gastronomie. Für Kenner dieses Tröpfchens beginnt damit die Federweißer-Zeit. Doch was ist das eigentlich genau – der „Federweiße“?

Wie entsteht der Federweiße?

Federweißer wird überwiegend aus den früh reifenden Sorten wie Siegerrebe, Ortega oder Bacchus gewonnen. Großproduzenten nehmen als Basis für dieses spritzige Getränk auch schon mal Most aus Südeuropa, der tankwagenweise geliefert wird. Aber mit dem Fortschreiten des Herbstes geht die Traubenreifung ihrem Ende entgegen und dann kann prinzipiell jede Rebsorte zu seiner Herstellung verwendet werden.

Wie wird nun aber aus dem einfachen Traubenmost Federweißer? Der Most beginnt irgendwann von sich aus – oder dank hinzugefügter Hefe – relativ schnell zu gären. Es gehört zum Wesen dieser Gärung, dass dabei der Zucker aus den Trauben (Glucose und Fructose) in die chemischen Ergebnisse Kohlensäure und Alkohol umgesetzt wird. Hierzu kommt zwar keine minderwertige Ware zum Einsatz. Nur Trauben, aus denen die wirklich edlen Tropfen gewonnen werden, sind es eben auch nicht. Die Prädikatsweine bleiben Prädikatsweine.

Trübungen für den guten Geschmack

So viel zum „Rohstoff“ und dessen Weg zum geliebten Federweißen. Während Weine klare Flüssigkeiten sind (von Sedimenten & Co. mal abgesehen) ist eine trübe Färbung für den Federweißen charakteristisch. Dessen Geheimnis sind einfache kleine Hefeteilchen, die in dem Getränk aus gutem Grund verbleiben. Federweißer befindet sich nämlich (streng genommen) in einem fortlaufenden Gärprozess. Da dabei auch pausenlos weiter Kohlensäure entsteht, kommt der Federweiße stets als süß-fruchtiges, leicht alkoholhaltiges und immer prickelndes „Traubensafterzeugnis“ daher.

In den Regalen des Verkaufs und der Gastronomie ist Federweißer ab ca. vier Volumenprozent Alkohol zu finden. Damit gilt er offiziell als leicht alkoholisches Getränk. Wie beschrieben, kann sich das aber – je nach Temperatur & Co. – sehr schnell ändern. Durch seine fortlaufende Gärung schafft er es durchaus bis zu einem Alkoholgehalt von um die elf Prozent. Dann darf er sich aber offiziell nicht mehr Federweißer nennen. Die Namensvergabe will es so, dass er dann das Etikett „Jungwein“ trägt. Der ist allerdings so sauer, dass er im Geschmack mehr an Essig erinnert als an edle Tropfen.

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7 Responses

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