Wie viele südamerikanische Staaten, so lebt auch Ecuador in der Hauptsache von der Landwirtschaft. Bananen und vor allem Blumen werden aus Ecuador in alle Welt exportiert und trotzdem ist das Land das zweitärmste Land auf dem südamerikanischen Kontinent. Aber Ecuador ist auch ein Weinland, und selbst wenn die Rebflächen nicht sonderlich groß sind, so hält das Land doch einen Weltrekord, denn höher als in Ecuador werden nirgendwo Reben gepflanzt.

Die Trauben wachsen in Ecuador noch auf einer Höhe von 2.700 Metern. Die direkte Sonneneinstrahlung und das milde Klima an den Berghängen lassen die Trauben reifen und die Rebfläche unmittelbar am Äquator erlaubt sogar bis zu drei Lesen in einem Jahr. Aber die Gebirgsregionen von Canar, Imbabura, Pichincha, Loja, Azuay und Cotopaxi sind ein größerer Garant für einen guten Wein. Zu den ertragreichen Regionen gehört auch Tungurahua am Fuß der Anden, denn dort werden neben der bekannten Scheurebe auch Rebsorten wie Moscatel Morado und Nacional Negra mit Erfolg angebaut.

Es waren die Inkas, die Ecuador den Wein gebracht haben. Die Ureinwohner haben bereits im 12. Jahrhundert nach Christus Trauben an Reben gezogen, sie vergären lassen und schließlich Wein daraus gemacht. Als die Spanier ins Land kamen, wurde der Weinanbau verboten, aber in Ecuador bediente man sich einer List und bekam die Erlaubnis, Reben zu pflanzen, um daraus Messwein zu machen. Als Hermann Jäger aus Ockenheim am Rhein Mitte der 1980er Jahre in seiner Eigenschaft als Präsident des rheinhessischen Weinbauverbands nach Ecuador kam, leistete er eine Art Entwicklungshilfe für die Weinbauern in den Gebirgsregionen und zeigte ihnen unter anderem, wie die Scheurebe kultiviert wird.

Ecuador kann zwar nicht mit Argentinien und Chile konkurrieren, aber die Weine werden im eigenen Land viel und gerne getrunken.

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