Deutschland ist eines der interessantesten Weinländer Europas, wenn nicht sogar der Welt. Wein aus Deutschland – Tropfen, die so schnell keiner nachmacht! Warum? Weil es überaus vielfältig ist und den unterschiedlichsten Rebsorten beste Wachstumsbedingungen bietet. Darüber hinaus verfügt es nicht nur über fähige Winzer und Kellermeister, sondern auch über mutige. Tradition und Können verbindet sich in Deutschland mit Freude an neuer Technologie und vorwärts gewandtem Unternehmergeist. Vor allem aber ist Deutschland ein interessantes Weinland, weil die Deutschen gern Wein trinken. Altehrwürdige Weinkeller haben hier genauso ihre Fans, wie ultracoole Winebars und Wine-Lounges; Straußenwirtschaften, wie Pop-up-Kneipen und Weinfestivals begeistern die Menschen von Nord bis Süd. Man trinkt preiswerten, ehrlichen Wein gern auch mal aus dem Wasserglas, man zelebriert aber auch ohne mit der Wimper zu zucken Spitzenweine zu Spitzenpreisen, wenn der Anlass es erfordert. Deutschland ohne Wein? Undenkbar!

In der Fachwelt hat deutscher Wein einen hervorragenden Ruf. Auf dem internationalen Massenmarkt dagegen spielt deutscher Wein eine eher untergeordnete Rolle. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die gut 100.000 Hektar Anbaufläche einfach nicht reichen, um den heimischen und den Weltmarkt gleichermaßen zu bedienen. Ausländische Importeure fangen oft erst bei mehreren tausend Flaschen mit den Verhandlungen an – zu viel für ein kleines Weingut. So kommt es, von Ausnahmen natürlich abgesehen, dass deutsche Weine im Ausland zwar in exzellenten Restaurants zu haben sind, dass man aber in Supermärkten meist vergebens nach ihnen sucht.

Länder, die über deutlich größere Flächen verfügen, nutzen das zu ihrem Vorteil. Neuseeland ist dafür ein gutes Beispiel. Dort hat man zum Beispiel die Lust der Weinwelt auf Riesling aus Deutschland sehr genau registriert. Der fruchtig-spritzige, typisch deutsche Riesling ist weltweit ein Favorit bei Geschäftsessen – weil er besten Geschmack mit einem vergleichsweise niedrigen Alkoholgehalt kombiniert. Die deutschen Weingüter kamen mit der Lieferung nicht nach. Neuseeländische Winzer erkannten die Lücke und bemühen sich seitdem nach Kräften, sie auszufüllen.

Liebhaber von Originalen werden aber nach wie vor in Deutschland optimal fündig. Ob Müller-Thurgau oder Elbling, ob Eiswein oder Trockenbeer-Auslese – qualitativ lassen sich deutsche Weine nur sehr schwer kopieren.

zurück zu den Anbauländern
Artikel in Ihrem Netzwerk teilen

3 Responses

  1. » 30.06.2014: Deutschland vs Algerien

    […] Je näher das “Ende” kommt, desto unparteiischer werden wir, wenn es um die deutsche Mannschaft geht. Die Torgefährlichkeit von Müller-Thurgau – göttlich! Die Sicherheit zwischen den Pfosten – traumhaft! Die laufstarken Kombinationen im Mittelfeld und die Pässe – ein starker Cuvée! Da kann einfach keiner gegen ankeltern. Es sei denn, eine der wirklich großen Weinnationen würde heute gegen Deutschland auflaufen. Spanien zum Beispiel, oder Italien. Da das aber kein Thema mehr ist, kann man sich ganz gelassen fragen: Gegen wen spielen wir? Gegen Algerien? Sorry, null Chance gegen unsere Spätlese Miroslav oder den leichten Riesling vom Götzer Steilhang. Drei treffsicher Punkte und Sieg für Deutschland. […]

  2. » 04.07.2014: Frankreich vs Deutschland

    […] zu schießen. Wir lassen also Frankreich die Klasse und entscheiden uns in diesem Fall für Masse. Deutschland bekommt drei (wie immer völlig unparteiische) Punkte und wir kaufen langsam schon mal für die […]