Chile hat nach Meinung von Weinkennern zu Recht den Beinamen „das Bordeaux Südamerikas“, denn aus Chile kommen erstklassige Weine. Wein wird in Chile schon seit dem Mittelalter ausgebaut. Wein aus Chile stand lange Zeit im Schatten von Argentinien, dem führenden Weinland auf dem amerikanischen Kontinent.

Die Geschichte des chilenischen Weins beginnt im Jahre 1551 mit dem spanischen Eroberer Don Francisco de Aguirre, der in der Region La Serena in der heutigen Region Pisco, die ersten Weinstöcke gepflanzt hat. Mocatel und Torontel waren die beiden Rebsorten, die in Chile den Anfang gemacht haben. Dass das Exportgeschäft mit chilenischem Wein schon sehr früh ein Thema war, das beweist der Fund, den der englische Freibeuter Sir Francis Drake machte. Drake kaperte 1578 ein Schiff, auf dem sich über 1.700 Weinschläuche mit Weinen aus Chile befanden, die auf dem Weg nach Europa waren. Spanische Einwanderer sorgten im 19. Jahrhundert dafür, dass europäische Rebsorten wie der Chardonnay, der Bordeaux und der Sauvignon nach Südamerika kamen. Im Hochland von Chile wurden diese Rebsorten dann mit den alten Sorten kombiniert, so entstand der Wein, der für die exzellenten Weine, die heute aus Chile kommen, praktisch Pate stand.

Der chilenische Wein kann durchaus den französischen Spitzenweinen gefährlich werden, denn da die Reben in Chile nie mit Rebläusen zu tun hatten und noch nie gepfropft wurden, wurde auch noch nie eine Veredlung notwendig. Über 160.000 Hektar Rebflächen hat Chile heute und die besten Weine kommen aus Bio Bio im Süden des Landes, aber auch aus Maipo in Zentralchile sowie aus den Regionen Casablanca und Itata.

Chile hat ein perfektes Klima für den Weinanbau, denn die Sommer sind angenehm warm, im Norden des Landes fällt kaum Regen und die Böden sind sehr fruchtbar. Zugute kommt dem chilenischen Wein außerdem ein weit verzweigtes Netz von Bewässerungskanälen, das schon die Inkas angelegt haben.

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