Wenn man über den Wein aus Bosnien-Herzegowina spricht, dann ist vor allem der Wein aus Herzegowina gemeint, denn dieser Wein hat international einen hervorragenden Ruf. Eine immer strahlende Sonne, das milde Klima des Mittelmeers und auch die Böden sind wunderbar geeignet, um einen fantastischen Wein zu produzieren, wobei vor allem der Süden von Herzegowina berühmt für seine Weine ist.

Es waren die Römer, die den Wein an die Adriaküste gebracht haben. Noch heute kann man in Museen Mosaike und Reliefs aus der Antike bewundern, die sowohl das Laub der Reben als auch die Trauben zeigen. Einen wahren Boom erlebte der Wein an der Adria aber erst im Mittelalter. So berichtet zum Beispiel eine Chronik aus dem Jahr 1353 darüber, dass der bosnische König Tvrtko und sein Hofstaat im heutigen Čitluk sehr guten Wein in großen Mengen getrunken haben.

Die beiden bekanntesten Rebsorten aus Bosnien-Herzegowina sind Blatina und Zilavka, beide sind autonome Rebsorten, die gerne als Tafelweine getrunken werden. Ideal ist eine Trinktemperatur von 18° bis maximal 20° und getrunken wird aus sogenannten Holzgaffes, bäuerlichen Gefäßen, in denen der Wein sehr gut zur Geltung kommt. Neben den beiden endemischen Sorten kann man in Bosnien-Herzegowina aber auch Rebflächen von Merlot, Cabernet Sauvignon und Chardonnay finden, die in den sonnigen Lagen am Meer auf einem guten Boden wunderbar gedeihen.

Eine besondere Spezialität der Region Herzegowina ist aber der Steinwein. Die Reben für diesen Wein wachsen auf einem Boden aus Stein, dem nur sehr wenig Erde beigemischt wird. Die Steine speichern die Wärme der Sonne und das nötige Wasser, das die robusten Reben brauchen, nehmen sie sich aus der Erde. Das Ergebnis ist ein süßer Wein, der gerne zu allerlei Süßigkeiten getrunken wird. Bosnien-Herzegowina hat Rebflächen von zusammen knapp 6.000 Hektar. Da in vielen Anbaugebieten, wie zum Beispiel in der Nähe der Hafenstadt Dubrovnik oder auch in Mostar, die Habsburger Kaiser den Weinanbau im 19. Jahrhundert forciert haben, nennt man die Weinberge noch heute die Kaiserberge.

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